06.10.2026
(erh) Am Berufsbildungszentrum Bad Oldesloe dreht sich derzeit einiges ums Rad – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Projekt „Radeln macht Schule“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) soll das Fahrrad stärker in den Schulalltag rücken, nicht nur als Verkehrsmittel. Es geht auch darum, selbst anzupacken, technische Fähigkeiten zu entdecken und nachhaltige Mobilität praktisch zu erleben.
Das Projekt „Radeln macht Schule“ setzt auf drei Bausteine: Fahrradwerkstätten an Schulen, eine gezielte Schulwegplanung und die Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Schule“. Seit dem 28. September 2026 darf auch das BBZ Bad Oldesloe diesen Titel tragen. Fredrik Meißner vom ADFC überreichte Schulleiter Kai Aagardt die Plakette und die dazugehörige Urkunde. Besonders hob er das Engagement der Kollegen Michael Siewert und Marten Ogan hervor, die gemeinsam mit den Jugendlichen der Fahrrad-AG für einen rundum gelungenen Workshop-Vormittag sorgten. Fachliche Unterstützung erhielt die Aktion von Leefke Greve, Meisterin im Zweiradmechanikerhandwerk der Firma Megabike. Sie zeigte den Schülerinnen und Schülern, worauf es bei den Reparaturen ankommt. Der Einstieg erfolgte direkt am Fahrrad: Gemeinsam wurde zunächst ein Reifen geflickt, bevor die Jugendlichen zunehmend selbstständig ans Werk gingen. Das Ergebnis überzeugte auch die Fachfrau: „Ich bin überrascht, wie gut und auch wie schnell die Jugendlichen reparieren“, lobte Greve die Teilnehmenden.
Dass das Konzept ankommt, zeigte die Reaktion von Felix Schlünder, Schüler der AT26: „Ich mag es generell, an Sachen rumzuschrauben. Manchmal war es etwas knifflig, aber trotzdem hilfreich für den Alltag.“ Auch für die betreuende Lehrkraft Michael Siewert zeigte sich am Ende des Workshops, dass die praktische Arbeit Wirkung hinterlassen hat: „Die abschließende Frage der Schülerinnen und Schüler, ob sie nun auch ihre eigenen Räder in der Schule reparieren dürfen, zeigt den Erfolg und das neue Interesse am Fahrrad.“ Genau hier setzt der ADFC an: Der Workshop soll Umsetzungshemmnisse abbauen und dazu ermutigen, Reparaturen selbst auszuprobieren. Das Fahrrad eignet sich dafür besonders gut, weil seine Technik vergleichsweise überschaubar ist und das Ergebnis der eigenen Arbeit unmittelbar sichtbar wird.
Der Vormittag wurde von allen Beteiligten als Erfolg wahrgenommen – und soll keine einmalige Aktion bleiben. Die reparierten Fahrräder werden unter anderem gemeinnützigen Organisationen sowie Schülerinnen und Schülern zugutekommen, die bisher kein eigenes Rad besitzen. Schulleiter Kai Aagardt blickt deshalb gespannt darauf, wie sich das Projekt als AG weiterentwickelt. Dass an der Schule inzwischen ein zweiter Fahrradparkplatz entstanden ist, zeigt schon jetzt: Am BBZ ist etwas ins Rollen gekommen.


