08.03.2026    
 

Feminine Wut: Lasst Frauen sprechen

Erster Schülerinnen-Poetry-Slam zum Weltfrauentag am BBZ Bad Oldesloe

(erh) Bad Oldesloe. Frauen sichtbar machen, ihnen Raum geben und ihre Stimmen hörbar werden lassen: Mit einer Ausstellung und einem schulischen Poetry-Slam hat das Berufsbildungszentrum Bad Oldesloe (BBZ) rund um den Weltfrauentag ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung gesetzt.

Noch immer erleben Frauen weltweit Benachteiligung, Diskriminierung und Gewalt. Daran erinnerte auch der Weltfrauentag am 8. März. Am BBZ griff die Klima-AG „hoch 17“ dieses Thema auf. Unter der Leitung der Lehrkräfte Lea Knocke und Christin Kuhlmann gestalteten die Schülerinnen eine Wanderausstellung im Eingangsbereich der Schule. Im Mittelpunkt standen Frauenrechte, Geschlechtergerechtigkeit, Gewalt gegen Frauen, Hilfs- und Beratungsangebote sowie Menstruation als gesellschaftliches Tabuthema.

Besonders wichtig war den Organisatorinnen, dass nicht nur informiert, sondern auch beteiligt wird. Über eine Mitmach-Aktion konnten Schülerinnen und Schüler anonym eigene Erfahrungen, Gedanken und Geschichten teilen. So entstand ein Raum, in dem persönliche Perspektiven sichtbar wurden.

Ein weiterer Höhepunkt war der schulinterne Poetry-Slam am 9. März 2026 im Pädagogischen Zentrum des BBZ. Unter dem Motto „We are Women – Yes, we can!“ trugen Schülerinnen verschiedener Bildungsgänge ihre Texte vor und machten dabei deutlich, wie vielfältig, ernst und kraftvoll das Thema behandelt werden kann.

Kristina Russi-Aagardt, Abteilungsleiterin, begrüßte die Gäste im Namen der Schulleitung und betonte die Bedeutung der Veranstaltung. „Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort, an dem junge Menschen Haltung entwickeln und gesellschaftliche Themen mutig ansprechen dürfen“, lautete ihr Appell.

Einen eindrucksvollen Auftakt gestalteten die Lehrkräfte Maren Bode und Anita Arntzen. Als Gleichstellungsbeauftragte präsentierten sie ihren Text „Wenn ich wütend bin“ und setzten damit einen starken, persönlichen Einstieg in den Vormittag. Im Anschluss folgten Beiträge von Schülerinnen und Lehrkräften, die Themen wie Frausein, häusliche Gewalt und Femizide aufgriffen. Lisa Marie Moritz aus der Fachschulklasse für Sozialpädagogik E24z nahm in ihrem Text den Satz „Zum Glück bin ich keine Frau“ auf – einen Ausspruch, den sie nach eigener Aussage immer wieder in ihrem Umfeld hört. „Gerade solche Sätze zeigen, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein sollten. Deshalb war es mir wichtig, auf die Bühne zu gehen und meine Stimme zu nutzen“, fasste Lisa Marie Ihr Anliegen zusammen.

Marianka Lipp aus dem Beruflichen Gymnasium, Profil IT und Mediendesign (ITG23), schilderte in ihrem Text „Ich bin ein Feminist“ alltägliche Situationen, in denen Frauen Benachteiligung erleben. Ihr Text endete mit einem klaren Appell an Männer, sich offen zur Gleichstellung zu bekennen. „Feminismus ist kein Frauenthema, sondern eine Frage von Respekt und Gerechtigkeit“, bringt sie anschließend ihre Botschaft auf den Punkt.

Auch diejenigen, die sich lieber schriftlich als auf der Bühne äußern wollten, bekamen eine Stimme: In einer Galerie konnten Texte und Gedanken präsentiert werden. Diese Möglichkeit nutzte auch der 12. Jahrgang des Profils Psychologie und Pädagogik. Die Schülerinnen und Schüler zeigten mit ihren Beiträgen, dass selbst ein literarischer Klassiker wie „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist bis heute aktuell ist. Themen wie Unterdrückung und Machtmissbrauch gegenüber Frauen seien keineswegs Vergangenheit, sondern erschreckend gegenwärtig.

Die Veranstaltung machte deutlich: Der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit darf sich nicht auf einen einzigen Tag im Jahr beschränken. Vielmehr braucht es Aufmerksamkeit, Haltung und Engagement im Alltag. Mit ihrer Initiative hat die Klima-AG „hoch 17“ einen wichtigen Beitrag geleistet. Die Schülerinnen zeigten eindrucksvoll, dass sich auch mit Kreativität, Mut und Gemeinschaftssinn ein starkes Zeichen setzen lässt.

„Wir wollten nicht nur informieren, sondern etwas in Bewegung bringen. Es war beeindruckend zu sehen, wie offen, mutig und persönlich viele Beiträge waren“, so die organisierende Lehrkraft Christin Kuhlmann.

Das Engagement aller Beteiligten verdient große Anerkennung – und macht deutlich, wie lebendig politische Bildung und gesellschaftliche Verantwortung am BBZ Bad Oldesloe gelebt werden.

Frauentag Lea Knocke (li.), Christin Kuhlmann (2.v.r.) und Maren Bode (r.) freuen sich über bewegende Beiträge der Schülerinnen.

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